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Markenauthentizität aus Schweden: IKEA.

Rolando Baron · 19. Oktober 2009 · 4 Kommentare · Best Practice

Das Vertrackte an der Authentizität: Wie bei einer Persönlichkeit aus Fleisch und Blut, so bezieht sich die Authentizitäts-Wahrnehmung auch bei Marken auf alle Facetten einer Unternehmens-Identität. Authentizität ist also ein ganzheitliches Phänomen. Doch muss man immer das grosse Fass aufmachen? Muss man immer an die Wurzeln gehen? Und muss man immer am Big-Picture malen, um einen Brand mit mehr Echtheit auszustatten? Nee, muss man nicht.

Deshalb hier ein kurzer Blick auf IKEA – für viele ein Paradebeispiel bezüglich Brand Authenticity. Ein kurzer Blick, der nicht bei der grossen Vision anfängt, sondern ein paar kleinere Dinge unter die Lupe nimmt. Denn wenn sich der Teufel sich im Detail versteckt, warum dann nicht auch die Lösungen?

Bestå, Hej und Köttbullar.

IKEA ist also authentisch. Warum? Weil sich zum Beispiel die Kunden selbst im Peking mit so merkwürdigen Produktnamen wie Bestå, Hästhov oder Ektorp herumschlagen. Weil die Emails von IKEA oft mit einem nordischen „Hej“ beginnen.  Und weil es im IKEA-Restaurant Köttbullar aufgetischt wird – die kleinen Fleischbällchen, die unsere Kleinen so schätzen. Dabei könnten die Köche auch Spaghetti kochen oder – in China – Frühlingsrollen servieren. Doch das tut der Möbelproduzent nicht. Denn IKEA hat eine Identität – und die ist nun mal schwedisch!

Dreidimensionale Kommunikation.

Was das Einrichtungshaus also auszeichnet, ist eine dreidimensionale Kommunikation. Denn IKEA macht seine Identität überall (vulgo: an allen Touch-Points) konsequent erlebbar. Dass dies funktioniert, kann man ganz einfach testen. So können Sie sich wahrscheinlich stundenlang über die schwedische Kult-Firma unterhalten – Sie können sich aufregen, begeistern und von eigenen IKEA-Erfahrungen berichten. Versuchen Sie dasselbe Mal mit Möbel Pfister  – das Gespräch ist wahrscheinlich bald beendet.

Real-Life-Marketing.

IKEA hat also eine echte Persönlichkeit und das ist es, worüber Menschen gerne reden. Das erstaunliche dabei: Obwohl Ikea der Gigant unter den Einrichtungshäusern ist, werden sie immer noch als sehr menschlich wahrgenommen. IKEA ist einfach sympathisch und hat sich seinen David-Bonus erhalten können. Warum? Weil sie auf Augenhöhe mit ihren Kunden kommunizieren. Weil sie nicht nur Waren, sondern auch eine Philosophie verkaufen. Und weil sie eine eigenständige Vision haben. Eine Vision allerdings, die nicht in irgendwelchen schwarzweissen Leitbildern vertrocknet (im PDF-Format, zum Runterladen im Downloadbereich). Sondern die greifbar gelebt und damit erzählt wird.

Dutti’s Ideenwelt.

„In der modernen Welt wird der Erfolg jenen gehören, die es verstehen, um ihr Unternehmen herum eine Ideenwelt aufzubauen“ – dieses Zitat von Gottlieb Duttweiler haben die nordischen Möbelanbieter konkret umgesetzt. Und so eine Ideenwelt beginnt manchmal eben ganz banal: mit Köttbullar, zum Beispiel. Dass sie damit nicht endet, ist klar. Aber das wäre das grosse Fass… und das machen wir mal wann anders auf, grosses Indianer Ehrenwort.

(Hier übrigens noch zwei Links zum Thema:
- zum Thema Leadership Branding (aus Wikipedia)
- zum Thema Mitarbeiterführung)

Themen: ·

4 Kommentare bis jetzt ↓

  • Jenny

    Hallo zusammen,

    im Rahmen meiner Masterarbeit an der Universität Basel führe ich eine Umfrage zum Thema “Markenauthentizität” durch.
    Da es bei der Untersuchung insbesondere auch darum geht, was eine Marke authentisch macht, könnte dies für euch noch interessant sein.

    Bei Interesse könnt Ihr gerne unter dem folgenden Link an der Umfrage teilnehmen.

    http://meineumfrage.com/jenniferfrank

    Freundliche Grüsse

  • Rolando Baron

    Das ist ehrlich gesagt schon die vierte Umfrage zum Thema Markenauthentizität, bei der ich mitmache. Und nur als Randbemerkung: Wie es aussieht, gebe ich jetzt sogar bei Universitäten Workshops zu diesem Thema… bringt zwar keine Kohle, macht aber Spass und schult das Denken. Falls Sie also Interesse haben sollten – meine Adresse haben Sie ja ;-) .

  • Jenny

    Vielen Dank erstmal fürs Mitmachen bei der Umfrage!!
    Melde mich ansonsten bei Interesse bezüglich eines Workshops:)

  • Mike

    Liebe Marketinginterssierte,

    Momentan führe ich im Rahmen meiner Dissertation am Lehrstuhl für innovatives Markenmanagement eine Befragung zur Authentizität von Marken durch. Hierzu benötige ich noch ein paar Probanden. Der Fragebogen dauert nur 10-15min. Es wäre sehr nett von Euch, wenn der ein oder andere sich kurz durchklicken könnte. Vielen Dank für Eure Mithilfe!

    http://www.lim.uni-bremen.de/authentizitaet

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