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Das Bullshiten ist vorbei

Rolando Baron · 28. Dezember 2009 · Kein Kommentar · Big Thinking

David Bosshart – Leiter des Gottlieb Duttweiler Instituts – heute im Tagesanzeiger auf die Frage, was die Gesellschaft in den nächsten Jahren prägen wird:

Bosshart

Was wird uns in den nächsten zwei, drei Jahren wichtig sein?
Alles, was wirklich knapp ist: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Zugehörigkeit. Kreativität und Leidenschaft. Denn nur damit werden wir die vielen Veränderungen auch gut überleben. Nicht andere imitieren, sondern aus seinen Stärken schöpfen und diese kontinuierlich weiterentwickeln.

Was ist vorbei?
Das «Bullshiten». Wir alle quatschen und quasseln, dröhnen und stöhnen, jaulen und kraulen immer mehr, modern gesagt: wir kommunizieren und informieren uns immer mehr. Auf immer mehr Kanälen. Das ist völlig o.k. Aber nicht o.k. ist, dass uns gleichgültig ist, ob gelogen und betrogen wird. Die Banken lügen, die Händler betrügen, das Fernsehen schummelt, die Wissenschafter drehen an den Zahlen. Der Wohlstand hat uns immun gemacht. Damit verlieren wir alle. Wenn weniger Geld zum Verteilen da ist, nehmen die Konflikte wieder zu. Und wir werden neue Umgangsformen lernen. Das heisst: weniger Konformismus, mehr Zivilcourage.

Talente, von denen man hören wird?
Alle Menschen, die kooperieren können, die Wissen teilen und andere Menschen begeistern können. Menschen, die nach dem Motto von Duttweiler zu leben verstehen: «Dienen kommt vor Verdienen». Denn die schaffen das wichtigste, den sozialen Reichtum.

Was sollte man sich nun vornehmen?
Nicht zu viel, am besten wohl: Sich selbst weniger wichtig nehmen. Menschen, die nicht über sich selbst lachen können, sind zu meiden.

Ihr persönliches Thema für die nächsten Jahre?
Lernen und Lernen, mit unterschiedlichsten Menschen zusammen sein, Lernen, Neugierde behalten, diszipliniert arbeiten, priorisieren, weglassen. Die Kunst ist der richtige Umgang mit der Delete-Taste.

Mehr von GDI, auch hinsichtlich Markenführung, hier auf diesem Blog im Baron-on-Tour-Interview mit Karin Frick.

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