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Die Unique Identity Proposition

Rolando Baron · 25. Januar 2010 · 1 Kommentar · Big Thinking

Wenn Schlagwörter dazu dienen, etwas auf den Punkt zu bringen, dann sind sie gut. Wenn sie nur dazu dienen, wichtig zu tun und mit neuen Buzz-Words die Menschen zu benebeln, dann sind sie schlecht. Dies nur als Einleitung zu einem, von Büro Baron neu kreierten Begriff:
Die Unique Identity Proposition (kurz: UIP).

Ganz früher gab es den USP, die Unique Selling Propostion. Dann wurden die Produkte immer un-unquiquer und das Warenangebot immer gleicher. Darauf hat man den UAP, die Unique Advertising Proposition erfunden. Die Hoffnung dahinter: Werbung macht den Unterschied und kann als neues Alleinstellungsmerkmal dienen. Doch das funktioniert auch nicht mehr, wie sich heute immer deutlicher zeigt.

Darum jetzt der UIP (copyright Büro Baron). Denn eine Identität ist immer individuell, die kann Ihnen keiner klauen. Die einzige Voraussetzung: Identität darf nicht nur als kommunikatives Konstrukt, sondern muss als kultureller Wert und echte Entität verstanden werden – in der Unternehmenspersönlichkeit verwurzelt und ganzheitlich gelebt.

Jetzt ist der UIP ja nur ein nacktes Wort und ein schöner Begriff. Aber es gibt Unternehmen, die dieses Schlagwort schon mit Leben gefüllt haben und denen man einen echten UIP zuschreiben kann: IKEA, aber auch BMW, Kieser Training, Aldi. Und es gibt Unternehmen, die einen echten UIP haben könnten, aber irgendwie zögern, sich für eine klare Identität zu entscheiden: Rivella zum Beispiel. Oder die Migros.

Doch zum Schluss noch ein anderer Gedanke: Auf der einen Seite gibt’s den Begriff der “Positionierungsenge”.  Die kluge Frage dahinter: Wenn allein in Deutschland 60.000 Marken jedes Jahr neu auf den Markt kommen… ja wo sollen sich diese Brands überhaupt noch ansiedeln, ist doch sowieso schon alles besetzt und verdammt eng, um eine differenzierende Positionierung zu finden.

Aber auf der anderen Seite: Es gibt 6 Milliarden Menschen. Und alle sind verschieden. Zwar machen die Menschen eigentlich alle das Gleiche (Schlafen, Essen und sich Fortpflanzen) und kaum einer hat einen echten USP. Aber dennoch – jeder Mensch ist anders. Warum? Weil jeder eine Identität hat und darum echt und unverwechselbar ist. Doch eine Identität könnten auch Marken haben. Denn daran kann man arbeiten. Darum nun der UIP.

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