Büro Baron Blog

Google, UBS, Telecom – und die Kunst, das Nichtfassbare fassbar zu machen

Rolando Baron · 17. Juni 2010 · 1 Kommentar · Big Thinking

Sie werden immer mehr: Die Branchen und Unternehmen, die intangible Leistungen anbieten. Leistungen also, die ich nicht fassen, nicht testen und damit nicht überprüfen kann. Die Herausforderung für die Konsumenten: Ihnen fehlt eine konkrete Entscheidungsgrundlage für ihre Kaufentscheide.

Sich entscheiden ohne konkrete Entscheidungsgrundlage – das ist schwierig. Doch wenn man nicht eindeutig weiss, was richtig oder falsch ist, dann hilft nur eins: Vertrauen. Ein Vertrauen, das ist nichts anderes ist als ein Vorschuss, den wir Marken im Voraus gewähren. Oder wie es Niklas Luhmann definiert: Vertrauen ist eine „riskante Vorleistung“, die auf Hoffnung basiert – der Hoffnung, dass die Versprechen von heute auch morgen gehalten werden.

Versprechen halten und seinen Markenspruch in die konkrete Markenwirklichkeit überführen – das ist ein Weg, um das Unfassbare (sic) fassbar zu machen. Das interessante dabei ist, dass „Versprechen halten“ sich in diesem Kontext nicht auf die Erfüllung von konkreten Leistungsversprechen bezieht. Sondern auf das gemachte Identitätsversprechen, auf die Erfüllung des selbstproklamierten Markencharakters. Pointiert formuliert: Lustige Werbung ist gut, lustige Unternehmen sind besser.

Wenn Orange sagt „Togehter we can do more“, UBS jahrlang die Partnerschaft gross in den Mittelpunkt stellt und Opel behauptet „Wir leben Autos“ – dann bitteschön will ich das auch erleben. „Do, what you claim to do“– so lautet die Formel, mit der selbst intangible Branchen Ihre Markenpersönlichkeit tangibel machen können. Wie das konkret geht? Nun, die Bank Wegelin macht es vor.

Themen:

1 Kommentar bis jetzt ↓

Kommentar verfassen