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Büro Baron im Gespräch – mit Arne Klein und Jochen Pläcking

Rolando Baron · 22. September 2010 · 1 Kommentar · Allgemein

Sie sitzen in Berlin, habe eine eindrückliche Kundenliste und sind eine der wenigen Agenturen, die sich klar auf die reine Strategieentwicklung fokussieren: Die Markenberater von kleinundpläcking. Mit den beiden Gründern – Arne Klein und Prof. Jochen Pläcking – konnte ich diesen Sommer nun ein längeres Gespräch führen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus diesem Interview – und noch ein paar ergänzende Zeilen dazu.

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In vielen Punkten waren wir uns einig. In anderen nicht – zum Glück übrigens. Worin wir uns einig waren? Bei der Feststellung, dass die identitätsbasierte Markenführung à la David A. Aaker gerade heute relevant ist, dass das Web 2.0 keinen prinzipiellen Paradigmenwechsel bedeutet und bei der Ansicht, dass unter der kurzfristigen Massnahmengier einiger Manager die Prinzipien eines nachhaltigen Brandings oft verschütt gehen – mit den entsprechenden Konsequenzen.

Und worin wir uns nicht einige waren? Ich sag’s mal so: Der Glaube, dass Identität ein Konstrukt ist, dass man an Reissbrett entwerfen kann, ist mir etwas abhanden gekommen. Denn so wichtig strategische Positionierungsüberlegungen auch sind – sie sind nur die halbe Miete. Aber sie sind natürlich eine Miete, welche man in gepflegten Sitzungszimmern gut verkaufen kann und die bei akademisch gestählten Betriebsökonomen gut ankommt. Doch wen soll das Marketing letztendlich überzeugen? Die White-Collar-Regie des Manager? Oder die Menschen auf der Strasse?

Anders formuliert: Es wird viel zuviel am selbstproklamierten Identitätsversprechen einer Marke gearbeitet. Doch die konkrete Einlösung dieses Identitätsversprechens – die tatsächliche Brand-Experience, die echten Moments of Truth – bleiben oft aussen vor. Und warum ist das so? Weil es an Markenkreativität fehlt. Und an dem, was Chris von Rohr schon vor einigen Jahren forderte – an „meh Dräck“.

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1 Kommentar bis jetzt ↓

  • Matthias Walti

    Danke für den Artikel. Sehr wohltuend, das Problem – Einlösung des Identitätsversprechends – auch einmal von einem Markenberater zu lesen.

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