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Social Web und das grosse Missverständnis: Büro Baron im Gespräch mit Kai-Uwe Hellmann

Rolando Baron · 17. Mai 2011 · Kein Kommentar · Baron on Tour, Big Thinking

Alles nur ein grosses Missverständnis – das Social Web, die Interaktion auf Augenhöhe mit den mündigen Kunden, die „hüpfende Unternehmen“? Und ist das wirklich so? Auf der einen Seite die Unternehmen als formale Organisation, auf der anderen Seite das informelle Gewusel im Web 2.0? Dann hätten wir nun die Erklärung, warum das vielbeschworene Community-Building so oft ohne Community abläuft: Weil Firmen und Facebook strukturell einfach nicht zusammenpassen. So könnte man zumindest die Thesen von Dr. Kai-Uwe Hellmann verstehen – Markensoziologe und Leiter des Instituts für Konsum- und Markenforschung in Berlin.

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Interessante Gedanken, die Dr. Kai-Uwe Hellmann im Interview äussert. Denn diese Thesen umschreiben treffend die eigentliche Herausforderung. Sie beschreiben aber nicht die Lösung. Denn die Sichtweise, dass Unternehmen strukturkonservative Gebilde sind – hochgradig selbstreferentiell und auf den Erhalt des eigenen Systems bedacht – ist nur eine von vielen möglichen Perspektiven. Doch es gibt immer Alternativen. Welche das sind? Nun, hierzu greife ich ein anderes Mal in die Tasten.

Aber soviel sei schon jetzt verraten: Wenn Richard Branson vom Business als Rock’n’Roll spricht, wenn Dietrich Mateschitz die herkömmlichen Marketing-Konventionen bricht und das kleine Converse mit 16 Millionen Liker zu einem der erfolgreichsten Fan-Brand wird – dann hat das viel mit Schumpeter und dem kreativen Unternehmertum zu tun. Denn Kreativität ist die Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts. Doch vor dieser Kreativität haben viele Unternehmen Angst. Diese Angst vor dem “wilden Denken” (Claude Lévi-Strauss) ist teilweise verständlich. Doch sie hat auch ihren Preis: Eine geringe Street-Credibility, kaum Traffic auf den mühsam aufgesetzten Facebook-Seiten und ein Brandstory-Telling, bei dem den Kunden oft die Füsse einschlafen. Doch schlafende Füsse können ja nicht der Sinn des Marketings sein. Und unscheinbare Mittelmässigkeit ist bestimmt nicht der Ausweg – gerade nicht heute, besonders nicht im Zeitalter von Facebook & Co!

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